„Es gibt keine gute Medizin ohne Politik“ – Rückblick auf die Podiumsdikussion des MediNetz Jena e.V. zur Ökonomisierung des Gesundheitssystems

von Anja Gawlitza, Jasper Steingrüber, Alexander Seltmann, Kai Sporkmann, Friederike von Breitenbach, Christiane Kampen

Pflegenotstand, Diskussionen um eine Verringerung der Anzahl deutscher Kliniken bis hin zu hochspezialisierten „Superkliniken“, Reform der Notfallversorgung, Privatisierung von Krankenhäusern – die Ökonomisierung des deutschen Gesundheitswesens ist in aller Munde und betrifft direkt oder indirekt nicht nur die Beschäftigten im Gesundheitswesen, sondern auch jeden, der auf medizinische Hilfe angewiesen ist.

Daher veranstaltete das MediNetz Jena am 23.10.2019 die Podiumsdiskussion zum Thema „Wo bleibt der Mensch?“. Ausschnitte aus dem 2018 erschienenen Dokumentarfilm „Der marktgerechte Patient“ von Leslie Franke und Herdolor Lorenz bildeten die Grundlage für rege Diskussionen. In einer Runde bestehend aus Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke), dem kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Jenas (UKJ) Brunhilde Seidel-Kwem, dem Vorsitzenden des Vereins Demokratischer Ärztinnen und Ärzte Peter Hoffmann und Ellen Ost – Fachkrankenpflegerin am UKJ – wurde kritisch über die Ökonomisierung des Gesundheitssystems debattiert. Zuschauer*innen konnten sich über einen freien Stuhl direkt an der Diskussion beteiligen. Die zusätzlich eingeplante Vertreterin der Privatkliniken Thüringens konnte krankheitsbedingt leider nicht teilnehmen.

Die mit über 190 Teilnehmer*innen sehr gut besuchte Veranstaltung in den Rosensälen Jenas war aus Sicht der Organisator*innen ein voller Erfolg. Spannung lag aufgrund laufender Verhandlungen zwischen ver.di und dem UKJ bereits vor Veranstaltungsbeginn spürbar in der Luft – mit Kreide hatten Teilnehmer*innen des Bündnisses „Mehr Personal für unser UKJ“ Slogans auf die zuführenden Wege zu den Rosensälen geschrieben – „Die Klinik ist keine Fabrik“.

Frau Werner betonte, dass „die Not Gewinne machen zu müssen im Gesundheitssystem zu Verwerfungen“ führe. Der wirtschaftliche Druck, insbesondere das Fallpauschalensystem führe zum Abbau von Pflegekräften und setzte wirtschaftliche Fehlanreize für Kliniken. Das Kernelement des Fallpauschalensystems ist der Fallpauschalenkatalog mit den sogenannten DRGs (diagnosis related groups). Anhand von DRGs werden Patientenfälle, die sich medizinisch ähneln und einen durchschnittlich ähnlichen Ressourcenverbrauch aufweisen (z.B. Einsatz einer künstlichen Hüftprothese), zusammengefasst und abgerechnet – allerdings unabhängig von der Verweildauer im Krankenhaus oder tatsächlich verursachter Kosten wie zum Beispiel durch bessere Pflege. Frau Werner plädierte für eine bessere Pflegepersonalbemessung und die Abschaffung von DRGs. Bisher habe sich die Linke in Thüringen für eine gute Qualität gesundheitlicher Versorgung mittels Einführung der Facharztquote eingesetzt. Dem gerechten Zugang zu gesundheitlicher Versorgung sei man durch Programme zur Gesundheitsprävention nachgekommen. Dem Pflegenotstand selbst müsse hingegen auf Bundesebene begegnet werden.

Klare Worte fand Herr Hoffmann, Oberarzt der Anästhesie eines städtischen Klinikums in München: „Ärzte sind im Fallpauschalensystem Opfer und Täter zugleich“ und rät zur Netzwerkbildung, um Missstände im Gesundheitssystem zu beseitigen. Mit seiner Botschaft richtet er sich besonders an junge Ärztinnen und Ärzte: „Es gibt keine gute Medizin ohne Politik. In den 80er Jahren war es verboten mit Krankenhäusern Gewinn zu machen. Da müssen wir wieder hin!“ In Bezug auf DRGs erklärte er die Rationale der Kliniksökonom*innen: „ein guter Patient bringt Kohle, ein schlechter kostet Kohle“. Im gegenwärtigen Entgeltsystem seien besonders Eingriffe an Herz, Wirbelsäule, Hüft- und Kniegelenk lukrativ und würden deswegen oft auch bei fraglicher Notwendigkeit durchgeführt.

Frau Seidel-Kwem entgegnete, sie wisse nicht welche Operationen lohnend seien. Medizin sei „Dienstleistung im Vertrauen“. Auf die Frage des Moderators Christian Gesellmann, wie finanzielle Verluste einer Klinik beispielsweise durch schwerkranke Kinder als Verlierer des Fallpauschalensytems ausgeglichen werden, verwies Seidel-Kwem auf Querfinanzierung: Am Ende müsse es „unterm Strich passen“. Damit wurde die Finanzmittelknappheit der Kinderkliniken thematisiert. Mehrkosten der aufwendigen Kindermedizin werden im aktuellen DRG-System nicht ausreichend refinanziert, sodass pädiatrische Abteilungen teilweise sogar Verluste generieren, die durch andere erlösstarke Fachabteilungen ausgeglichen werden müssen. Damit gefährdet die Unterfinanzierung die gesundheitliche Versorgung von Kindern und führt besonders in der Kinderintensivmedizin zu einer prekären Lage. Als Ökonomin positionierte sich Frau Seidel-Kwem dennoch als klare Verfechterin für das Fallpauschalensystem. Krankenkassen und Krankenhausgesellschaften berechneten DRGs jährlich neu auf Basis von gemittelten Kostendaten 250 deutscher Krankenhäuser.

Herr Hoffmann stimmte Frau Seidel-Kwem insofern zu, als dass DRGs „rechnerisch seriös“ seien, plädierte aber dennoch dringend für die Abschaffung des Fallpauschalensystems: Mit der Abrechnung nach Fällen sei zwangsläufig der wirtschaftliche Fehlanreiz verbunden, die Fixkosten – vor allem Personal – möglichst zu reduzieren und die Einkünfte durch Generierung von mehr, medizinisch teils fragwürdiger DRGs zu erhöhen.

Frau Ost, die als Gewerkschaftsmitglied bei ver.di den Verhandlungsrunden über den mittlerweile verabschiedeten Tarifvertrag zur Entlastung am UKJ beigewohnt hat, berichtete von einem typischen Arbeitstag. In der Nierenheilkunde am UKJ müsse eine Pflegekraft regelmäßig 13 Patient*innen allein versorgen. Der ständige Stress bei der Arbeit führe dazu, dass man auf die individuellen Bedürfnisse der Patient*innen nicht mehr eingehen könne. „Ich möchte meine Patienten bedarfsgerecht pflegen können!“ wünscht sich Frau Ost. Die Pflege könne schon lange nicht mehr das leisten, was sie leisten müsste. Die Politik habe verschlafen auf veränderte Bedingungen in den Krankenhäusern zu reagieren. Man habe lange Zeit zu wenig Pfleger*innen ausgebildet. Heute nutzten viele Auszubildende der Pflege die Ausbildung als Sprungbrett für das Medizinstudium. Andere würden nach wenigen Jahren im Beruf umschulen, weil sie sich die prekären Arbeitsbedingungen nicht ein Leben lang antun wollten. Das System sei bei Krankenfällen kurz vor dem Kollaps. Insgesamt fehle es an Wertschätzung für die geleistete Arbeit der Pflege.

Frau Seidel-Kwem sprach im Kontext des Pflegenotstandes von einem „negativen Narrativ der Pflege“, in dem die Pflege einseitig als „Opfer“ dargestellt werde. Dies mache die Ausbildung zur Pflegekraft für Bewerber*innen unattraktiv. Herr Hoffmann stellte abschließend treffend fest, bei Bettensperrung oder gar Stationsschließung „erfahren wir, dass Pflege Bedeutung hat. Dafür hätte man einfach nur die Augen aufmachen müssen“.

Weitere Themen der Podiumsdiskussion waren unter anderem die Privatisierung von Krankenhäusern, Gewinner und Verlierer des Fallpauschalensystems und die Zukunft des regionalen und überregionalen Gesundheitssystems.

Haben Sie Lust, auch langfristig die Gesundheitspolitik in Thüringen mitzugestalten? Machen Sie beim MediNetz Jena e.V. mit!

Wo bleibt der Mensch? Eine offene Podiumsdiskussion! (VORBEI)

Wann? 23.10.2019, Einlass 18:30 Uhr, Beginn 19:00 Uhr
Wo? Großer Rosensaal, Fürstengraben 27, Jena

Nur vier Tage vor der Thüringer Landtagswahl trifft sich das Who’s Who der thüringischen Gesundheitsversorgung zur Diskussion:
– Die thüringische Gesundheitsministerin, Heike Werner (Die Linke)
– der Kaufmännische Vorstand des Universitätsklinikums Jena, Brunhilde Seidel-Kwem
– der Geschäftsführer des Helios-Klinikums Erfurt, Florian Aschbrenner
– der Vorsitzende des Vereins Demokratischer Ärztinnen und Ärzte (vdää), Peter Hoffmann
– und eine Vertreterin der Pflege direkt aus Jena, Ellen Ost!

Unser Moderator, der Krautreporter Christian Gesellmann wird durch den Abend führen. Zunächst wollen wir die Diskutant*innen und ihre Ansichten in kurzen Einzelgesprächen kennenlernen. Dann soll es direkt in die Diskussion gehen – Kann das Gesundheitssystem marktwirtschaftlich gedacht werden? Was ist besser – privates oder öffentliches System? Wie steht es mit den Arbeitsbedingungen? Und wie sieht die Zukunft des Gesundheitssystems aus?

Dabei haben wir als besonderes Schmankerl einen freien Stuhl auf dem Podium platziert, auf dem Du Platz nehmen und Dich an der Diskussion für kurze Zeit beteiligen kannst!

Grundlage der Diskussion bildet der 2018 erschienene Dokumentarfilm „Der marktgerechte Patient“ von Leslie Franke und Herdolor Lorenz. Unser Ziel ist es, die komplexen Entwicklungen im Gesundheitssystem verstehbar zu machen und Möglichkeiten der Verbesserung von Patientenversorgung, Arbeitsbedingungen sowie der Selbstbestärkung im System aufzuzeigen.

Die Diskussion soll aufgezeichnet werden, um sie im Anschluss online zu verbreiten.

Gefängnismedizin (VORBEI)

In deutschen Gefängnissen leben ca. 52.000 Menschen. Obwohl Inhaftierte im Schnitt jünger als die Normalbevölkerung sind, sind sie dennoch auch kränker. Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis und Tuberkulose spielen eine große Rolle. Daneben werden Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, arterielle Hypertonie und chronische Wunden oft verschleppt und unterbehandelt. Gleichzeitig gibt es in Deutschland jedoch nur wenige Gruppen, die sich für die Rechte von Inhaftierten stark machen. Es gibt Besonderheiten wie eine eingeschränkte Arztwahl/Ärztinwahl und eine andere Abrechnung als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Zusammen mit Karlheinz Keppler, einem erfahrenen Gefängnismediziner und Autor, wollen wir herausfinden, wie man sich diesen besonderen Patient*innen nähert, wie man ihre Rechte stärken und ihre medizinische Versorgung verbessern kann.

am 11.06.2019 um 18:00 Uhr

Im Hörsaal 7, Ernst-Abbe-Platz, Jena

Trust WHO (VORBEI)


Ob Tabakskandal, Schweinegrippe oder der Atomunfall in Fukushima: Die Rolle der WHO wurde bei diesen gesundheitlich relevanten Krisen auf unterschiedliche Weise kritisiert. Teilweise wurde ihr zu große Nähe zur Lobby der Wirtschaftsinteressen, dann wieder eine deutliche Überschätzung der Gefahr bis hin zur Panikmache vorgeworfen. Es ging aber auch um Verharmlosung der Gefahren und Untätigkeit, wo Handeln erforderlich gewesen wäre, wie in Fukushima. Betrachtet man diese großen globalen Krisen aus der zeitlichen Distanz und jenseits der aktuellen Diskussionen, muss man feststellen, dass sich die WHO in einer tiefen Krise befindet. Ihr fehlt es an Geld und Handlungsmöglichkeiten, an klar formulierten Zielen und an Transparenz. Und ihre Entscheidungen in wichtigen Momenten helfen am Ende oft weniger den Opfern und Patienten, als den Pharmafirmen und der Atomindustrie. 

Lilian Franck hat in trustWHO exklusive und intensive Gespräche mit allen zur Zeit des Drehs relevanten Verantwortlichen der WHO führen können. Zudem traf sie ehemalige Mitarbeiter und Whistleblower, die einen tiefgreifenden Einblick in die Strukturen der WHO ermöglichen und die Kräfte benennen, die Einfluss auf die WHO nehmen und ihre Arbeit erschweren.

TrustWHO ist eine sehr persönliche Investigation von Lilian Franck, die als Dokumentarfilmerin und auch als verantwortliche Mutter wissen will, ob eine weltweit agierende Organisation wie die WHO ihrer Aufgabe und Verantwortung überhaupt noch gerecht werden kann. Sind die Abhängigkeiten von den großen Geldgebern – seien es Staaten oder private Stifter – unabdingbar oder blockieren sie die eigentlichen Aufgaben der WHO?

http://www.trustwho.film/

Am 05.06.2019 um 20:00 Uhr

im Hörsaal 6, Ernst-Abbe-Platz, Jena

Solidarische Polikliniken (VORBEI)

Gesellschaftliche Ungleichheit ist ein wesentlicher Faktor für Gesundheit: Je ärmer jemand ist, desto höher ist das Krankheitsrisiko und desto wahrscheinlicher ist eine kürzere Lebensdauer. In Deutschland beträgt der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen der reichsten und der ärmsten Gruppe 11 Jahre; in den USA sind es sogar 15 Jahre.Im gegenwärtigen Gesundheitsdiskurs steht das individuelle Verhalten im Vordergrund: Weniger rauchen, mehr Sport und gesunde Ernährung sind zentrale Gesundheitsempfehlungen. Darüber hinaus wird Gesundheit/Krankheit vor allem als medizinisches Thema behandelt. Die gesellschaftlichen Ursachen für Krankheit werden weitgehend ausgeblendet. Gesellschaftliche Ungleichheit drückt sich in allen Bereichen des Lebens aus: Zugang zu Bildung, Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Wohnsituation, Erholungsmöglichkeiten, Mobilität, Diskriminierungserfahrungen/Rassismuserfahrungen, Einkommen, … – All das wirkt auf die Gesundheit. Man spricht in diesem Zusammenhang von den sozialen Determinaten von Gesundheit.


Hier setzen wir an: Gesundheit muss anders gedacht, gelebt und gemacht werden als bisher. Unsere Antwort ist der Aufbau eines Stadtteilgesundheitszentrums, von dem ausgehend die Veränderungen starten.• Intervention in  den Stadtteil:Gute Gesundheitsversorgung in einem bislang unterversorgten Stadtteil etablieren (vor der Eröffnung der Poliklinik gab es nur eine Ärztin im Stadtteil; Vernetzung zwischen den verschiedenen bestehenden Angeboten herstellen); Menschen dazu befähigen, ihre eigenen Belange selbst in die Hand nehmen zu können (Empowerment)• Intervention in die Stadt / Gesellschaft:Gesellschaftliche Ungleichheit und krankmachende Verhältnisse bekämpfen• Intervention in das Gesundheitssystem:Struktur der Gesundheitsversorgung verändern (Dominanz der Medizin zugunsten anderer Bereich, wie z.B. Pflege, psychologischer sowie Sozial- und Rechtsberatung, abbauen)


Die Referenten Phil Dickel und Philipp Bujack werden die Poliklinik in Hamburg-Veddel vorstellen.


11.06.2019, 18:00 –  21:00HS 8, Ernst – Abbe- Platz

Gesundheit von geflüchteten Frauen (VORBEI)

Recht auf Gesundheit für alle !


Das „Asylbewerberleistungsgesetz“ wurde 1993 eingeführt, um Flüchtlinge zu entmutigen, nach Deutschland zu kommen oder hier zu bleiben. Es ist rassistisch und diskriminierend! Nach diesem  Gesetz wird nur die akute Schmerzbehandlung übernommen. Alle weiteren Behandlungen müssen individuell beim Sozialamt beantragt werden. Das bedeutet, dass unqualifizierte Leute über unsere Gesundheit entscheiden! Obwohl in manchen Regionen die neue Gesundheitskarte eingeführt wurde, muss bei Spezialbehandlung immer noch das Sozialamt zustimmen. Dies ist eine Missachtung des Menschenrechts auf Gesundheit, nach dem allen Menschen ein Zugang zur Gesundheitsversorgung ermöglicht werden muss, unabhängig von finanziellem oder aufenthaltsrechtlichem Status.

Es gibt zahlreiche Fälle von Flüchtlingsfrauen, bei denen Operationen durchgeführt werden ohne die Betroffene ausreichend in ihrer Sprache zu informieren und die Frauen kennen oft ihre Rechte nicht. Viele der Krankheiten, unter denen Flüchtlingsfrauen leiden entstehen auch durch die Lebensbedingungen unter denen sie in Deutschland leben müssen: das perspektivlose und gewaltvolle Leben in den Lagern, das zermürbende Asylverfahren sowie Rassismus. Dies verursacht großen psychologischen Stress, Probleme und Traumata, weshalb wir daraus die Schlussfolgerung ziehen:

“ Die Lagerunterbringung, das Asylsystem und Rassismus machen uns krank! ”

am 13.06.19 um 18:00 Uhr im Hörsaal 6, Ernst-Abbe-Platz, Jena

Right to Health carefor all !
The „Asylbewerberleistungsgesetz“ was passed in 1993 to discourage asylum seekers from coming to or staying in Germany. It is racist and discriminating!! According to the “Asylbewerberleistungsgesetz” treatment of acute diseases or pain is covered. For any further medical treatment one needs to individually apply at the Sozialamt. This means that unqualified people decide on our health! Even though the new health insurance card was introduced in some regions, for special treatment we still need the permission of the Sozialamt.

This is a violations of the human right for health, which should guarantee access to health coverage for all people regardless of their financial or residence state.

There are countless cases of refugee women which undergo operations without explanation or even informing properly in a language they understand and the women often don’t know about their rights.

A lot of sicknesses from which the women suffer have their roots in the bad living situation in Germany: anxiety of having to live in the lagers with no perspectives, the tiresome asylum system and racism. All this cause psychological problems, stress and traumas for which we come to the conclusion:

the lager, the system, the racism makes us sick!”

13.06.19 18:00 Hour at Hörsaal 6, Ernst-Abbe-Platz, Jena

§218 und 219a StGB (VORBEI)

Ein Recht auf Aufklärung- Vortrag über Konsequenzen für betroffene Frauen und Behandler*innen aus §218/219a StGB –


Das Thema „Schwangerschaftsabbruch“ ließ in den letzten Monaten die Wellen hochschlagen. Der erschwerte Zugang zu Informationen rund um das Thema der Abtreibung bestimmt über Schicksale von Menschenleben. In einem Entscheidungsprozess, bei dem es auf Grund der momentanen Rechtslage auf jeden einzelnen Tag ankommt, ist das Aufklärungsverbot von Behandler*innen außerhalb des privaten Patient*innengesprächs ein Stolperstein, der vielen Frauen „das Genick brechen“ kann. Nicht nur Patient*innen wird das Leben erschwert. Behandler*innen sind Anfeindungen und Erniedrigungen ausgesetzt und erhalten dabei keine Unterstützung vom Staat. Ganz im Gegenteil. Nun steht ein neues Gesetz, doch welche Konsequenzen ergeben sich für Patient*innen und Ärzt*innen aus der neuen Rechtslage? Stellt das neue Gesetz eine Unterstützung für Patient*innen und Behandler*innen dar oder eher einen kläglichen Versuch, kritische Stimmen zu beschwichtigen?Juliane Beck, Rechtsanwältin, Gesundheitsaktivistin und Vorstandsmitglied im Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V., ist zuständig für die juristische Beurteilung des Themas in ihrem Verein. Fast alle auf Grund der momentanen Rechtslage angeklagten Ärzt*innen sind Mitglieder des AKF und zusammen setzen sie sich für die Stärkung der Rechte von Frauen im Gesundheitswesen ein.Juliane Beck, die Referentin unseres Vortrags, wird über die rechtlichen Hintergründe aufklären und von Betroffenen berichten. Wir kommen dem Recht auf Aufklärung nach; eine Meinung kann sich jeder selbst bilden. 

am 27.06. um 18:30 im Hörsaal 7, Ernst-Abbe-Platz, Jena

Seenotrettung aus medizinischer Sicht (VORBEI)

am 20.07.2019, um 18:00 im Höörsaal 7

Einer der gefährlichsten Fluchtwege ist die Flucht über das Mittelmeer. Viele Menschen sterben auf diesen Weg und statt den Flüchtenden zu helfen, hat die EU und die europäischen Staaten ihre eigenen Seerettungsmissionen eingestellt. Stattdessen müssen jetzt Freiwillige diese Nothilfe übernehmen.

Das MediNetz Jena begrüßt am 20.07.2019 um 18 Uhr im Hörsaal 7 (Ernst-Abbe-Platz), Leon van Bömmel, ein Sanitäter und Medizinstudent der Mission Lifeline. Er erzählt über die aktuelle Situation der Seenotretter im Mittelmeer und von den vielen Hindernissen und Repressionen mit welchen die Seenotretter tagtäglich kämpfen müssen.

Besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den medizinischen Herrausforderungen welche die Seenotretter bewältigen müssen. Denn auch auf See gilt das Recht auf Gesundeheit für alle Menschen und die Seenotretter wollen dieses Recht bestmöglich umsetzen. Für Menschen die selbst aktiv werden wollen, wird es Information geben wie dies möglich ist, auch und besonders für Menschen die selbst medizinische Fähigkeiten haben.

In diesem Sinne hoffen wir viele von euch dort zu sehen und schließen mit den leider immer noch notwendigen Slogan: Seenotrettung ist kein Verbrechen!

GKV/PKV vs. Bürger*innenversicherung (VORBEI)

Gerangel um Bürger*innenversicherung- wie eine solidarische Versicherung für alle aussehen könnte –

Die Idee einer „Bürger*innenversicherung“ ist durch die aktuelle politische Lage in den letzten Wochen groß in den Medien gewesen. Viele Ärzt*innen haben ihre Stimmen dagegen erhoben und entwarfen ein Schreckensszenario von Praxisschließungen, Unterversorgung und steigenden Beitragssätzen, falls die private Krankenversicherung abgeschafft werden würde. Wir wollen mit den Mythen um die „Bürger*innenversicherung“ aufräumen und zeigen, dass weder Praxen schließen noch die Beitragssätze steigen müssten. Außerdem wollen wir darüber diskutieren, welche Hürden und Fallen auf einem möglichen Weg in die „Bürger*innenversicherung“ lauern.
Einen Überblick darüber, wie eine solidarische Versicherung für alle Menschen funktionieren könnte, wird uns Nadja Rakowitz, Medizinsoziologin und Geschäftsführerin vom Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (vdää), geben. Kira von Bernuth, Ärztin, wird über weit verbreitete Ängste und Mythen unter den Ärzt*innen berichten. Gemeinsam wollen wir diskutieren, welche Art der Krankenversicherung wir für sinnvoll und notwendig halten.

Gerangel um die Bürger*innenversicherung- wie eine solidarische Versicherung für alle aussehen könnte –
Die Idee einer „Bürger*innenversicherung“ hat sich in der Bundespolitik leider nicht bis zur Umsetzung festsetzen können. Zu mächtig war die groß angelegte Lobby-Kampange einer marktliberal ausgerichteten Interessengemeinschaft vom Verband der privaten Krankenversicherungen bis hin zu einem großen Teil der Ärzt*innenschaft. Viele haben ihre Stimmen dagegen erhoben und entwarfen ein Schreckensszenario von Praxisschließungen, Unterversorgung und steigenden Beitragssätzen, falls die private Krankenversicherung abgeschafft werden würde. Auch wenn es also aktuell nicht nach einer Umsetzung aussieht, wollen wir mit den Mythen um die „Bürger*innenversicherung“ aufräumen und zeigen, dass weder Praxen schließen noch die Beitragssätze steigen müssten. Wir wollen darüber diskutieren, welche Hürden und Fallen auf einem möglichen Weg in die „Bürger*innenversicherung“ lauern und welche Interessen hinter dem Festhalten an der privaten Krankenversicherung stehen.

Als Aktive beim Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VdÄÄ) werden Gerit Poost und Kira v. Bernuth einen Überblick darüber geben, wie eine solidarische Versicherung für alle Menschen funktionieren könnte und über weit verbreitete Ängste und Mythen unter Ärzt*innen berichten. Gemeinsam wollen wir diskutieren, welche Art der Krankenversicherung wir für sinnvoll und notwendig halten.
23.05.2019, 18:00 – 20:00

Jugend-, Bildungs- und Begegnungszentrum Polaris Jena-NordCamburger Straße 6507743 Jena-Nord- Straßenbahn-Haltestelle An der Eule – 500 Meter Fußweg zum Polaris- Das Polaris ist barrierefrei.