Medizinische Versorgung steht allen zu! Übermittlungspflicht jetzt einschränken! Petition und Kampagne: Start 06. Mai 09:00

Menschen, die ohne geregelten Aufenthaltsstatus in Deutschland leben, sind faktisch von der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen. Formal haben sie zwar genau wie Asylsuchende einen Anspruch auf Behandlung akuter Erkrankungen. Aber sobald sie sich an das Sozialamt wenden, um den dafür erforderlichen Behandlungsschein zu erhalten, droht ihnen die Abschiebung. Denn das Sozialamt ist, wie andere staatliche Stellen auch, durch das Aufenthaltsgesetz dazu verpflichtet, Menschen ohne Papiere an die Ausländerbehörde zu melden. Aus Angst um ihre Existenz meiden die Betroffenen den Gang zum Arzt, auch bei lebensbedrohlichen Erkrankungen.

Die Übermittlungspflicht verstößt nicht nur gegen internationale Menschenrechte. Sie ist auch grundgesetzwidrig, denn jeder Mensch hat ein verfassungsmäßiges Recht auf Zugang zu medizinischer Grundversorgung – unabhängig von seinem Aufenthaltsstatus.

Die Gesellschaft für Freiheitsrechte und Ärzte der Welt starten heute am 06. Mai eine Kampagne zur Abschaffung der Übermittlungsfrist nach § 87 des Aufenthaltsgesetzes. Zahlreiche Organisationen unterstützen sie dabei, unter anderem das MediNetz Jena. Es werden Unterschriften für eine Petition an die Mitglieder des deutschen Bundestags gesammelt. Bitte unterschreiben und verbreiten!!

Die Petition zum Unterschreiben findet sich HIER.

Weitere Infos zur Kampagne unter https://gleichbehandeln.de/

Die Veröffentlichung der GFF und Ärzte der Welt ist HIER finden.

Stellenangebot ärztliche Stelle (Teilzeit) beim AKST zum 01.07.2021

Der Anonyme Krankenschein Thüringen e. V. (AKST), der aus dem MediNetz Jena heraus entstanden ist, sucht zum 01.07.2021 oder später eine:n ärztliche:n Mitarbeiter:in (m/w/d) für die zentrale medizinische Vermittlungs- und Versorgungsstelle für Papierlose in Thüringen mit dem Standort Jena. Es handelt sich um eine Teilzeitstelle (40% bzw. 16,8 Wochenstunden).

Der AKST hat sich zum Ziel gesetzt, die gesundheitliche Versorgung von papierlosen Menschen gemäß der UN-Menschenrechtscharta zu gewährleisten. Im Auftrag des Freistaates Thüringen soll der AKST die medizinische Betreuung und Vermittlung der Menschen ohne Papiere in Thüringen übernehmen.

Die vollständige Stellenausschreibung findet ist HIER zu finden.

Kompass für kritische Medizin

Woher weiß ich, welches Wissen im Studium zu hinterfragen ist? An welchen Stellen des UKJ und der FSU sollten wir über die Geschichte der Medizin Bescheid wissen und wo sind die falschen Namen in Stein gemeißelt? Inwiefern spielt Rassismus, Sexismus und überhaupt der Zugang zum Gesundheitssystems in den einzelnen Fächer eine Rolle? Und was hat das alles mit dem Klimawandel zu tun?
Der Kompass für kritische Medizin richtet sich an Medizinstudierende im klinischen Abschnitt. Er soll motivieren über den Tellerrand zu schauen und stellt anhand der Fächer im jeweiligen Semester ein paar typische Themen der Kritischen Mediziner*innen vor.

KOMPASS FÜR KRITISCHE MEDIZIN – 6. SEMESTER

Der Kompass für kritische Medizin ist eine Initiative von drei AGs der Fachschaft Medizin in Jena. Mitgearbeitet haben: Jan, Rosa und Katharina von Health for Future Jena; Martin, Lea, Janka und Clara von IPPNW/KritMed Jena und Robert vom MediNetz Jena. Design von Lea – Linia-Design. Wenn euch die Themen ansprechen, interessieren, ärgern oder nerven, dann seid ihr bei uns herzlich willkommen.

Workshop: How to be an Ally 2

Bericht:

Am 17.4.2021 fand der zweite Teil des „How to be an Ally“-Workshop statt. Der Workshop richtete sich an weiße und damit privilegierte Menschen, die sich selbst rassismuskritisch hinterfragen möchten und daran arbeiten möchten, ein (besserer) Ally (eine:e Verbündete:r) für von Rassismus betroffene Menschen zu sein. Der Workshop wurde online durchgeführt und von den erfahrenen Anti-Rassismus-Trainer:innen Arpana Berndt und Marijana Bogojević geleitet.

Zu Beginn wurden einige Begrifflichkeiten thematisiert. Weiß (in diesem Sinne ein politischer und nicht auf die Hautfarbe bezogener Begriff) ist jemand, die:der nicht von Rassismus betroffen ist. Es gibt unterschiedliche Selbstbezeichnungen von/für Menschen, die von Rassismus betroffen sind, die dann auch allgemein genutzt werden können/sollten: PoC (People of Color), Black, Indigenous and People of Color), Schwarz (auch hier wieder ein politischer Begriff). Ein „Ally“ bzw. eine:r Verbündete:r ist jemand, die:der sich ständig mit dem eigenen (rassistischen) Verhalten auseinandersetzt und die eigenen Denkstrukturen hinterfragt. Dazu gehört auch, einzugreifen, wenn man Rassismus bemerkt. Eines der Workshop-Kernelemente war die Fokussierung auf die von Rassismus betroffenen Menschen. Eine rassismuskritische Handlung sollte so geschehen soll, dass die Bedürfnisse der von Rassismus betroffenen Menschen im Mittelpunkt stehen. Da man dies aber unmöglich als weißer Mensch wissen kann, muss man es absprechen. Des Weiteren wurde schnell klar, dass ein rassismusfreies Handeln und Denken unmöglich ist. Rassismus ist so tief in der Gesellschaft, sämtlichen Strukturen und auch uns Menschen verankert, dass es (noch) nicht möglich ist, sich ganz davon loszulösen.

Neben dem theoretischen Input wurden das eigene Verhalten beim Beobachten von rassistischem Verhalten anderer sowie Rassismus-reproduzierende-Situationen der Teilnehmer:innen in Kleingruppen besprochen, analysiert und anschließend in der Gemeinschaftsgruppe vorgestellt. Daraufhin gab es nochmals Feedback von den Trainer:innen und den restlichen Teilnehmenden. Das Feedback von den Teilnehmenden war sehr positiv.

Insgesamt dauerte der Workshop 4,5 Stunden. Wir fanden: die Zeit verging wie im Flug! Die Atmosphäre war offen und respektvoll, sodass man seine eigenen Unsicherheiten, Gedanken und auch Kritik am eigenen Verhalten gut äußern konnte, ohne Angst haben zu müssen, dafür verurteilt zu werden.

Auch die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen sehr positiv aus. Hier sind ein paar Beispiele:

„Mitgenommen habe ich mir, dass der unsichere Umgang mit Rassismus keinesfalls etwas Negatives ist, sondern gut, denn er dient der Reflexion und dem kritischen Auseinandersetzen mit dem eigenen Handlungsvorgehen in meiner Arbeit. Ebenso habe ich verinnerlicht, dass ich die Betroffenen für meine Reflexion mit einbeziehen darf und sollte, um so deren Bedürfnisse individuell berücksichtigen zu können. ….“

„Für mich war im Workshop wenig Neues, aber ich fand die Info sehr praktisch, dass es Beschwerdestellen gibt, wo man racial profiling und/oder rassistische Polizeiübergriffe unabhängig von den direkt Betroffenen melden kann. Das war ein super Tipp.“

„Der Workshop hat mir wieder ins Bewusstsein gerückt, die Auseinandersetzung mit Rassismus als einen kontinuierlichen und nie endenden Prozess zu betrachten, die Perspektive der Betroffene als oberste Priorität in den Mittelpunkt gerückt und so ermutigt, in zukünftigen konkreten Situationen hoffentlich handlungsfähig(er) sein zu können.“

„Ich habe viele Anregungen mitgenommen und angefangen intensiver zum Thema zu lesen. Trotz dessen, dass ich mich grundlegend bereits mit dem Thema beschäftigt hatte, hat das Seminar viele Themen angesprochen, die ich nicht so auf dem Schirm hatte und es erleichtert neues Material zum Nachlesen zu finden. Die Perspektiven der beiden Referent*innen waren sehr wertvoll und wertschätzend.“

„Es ist den Referierenden sehr gelungen, einen Raum zu schaffen, wo eigene rassistische Verhaltens- oder Denkmuster geäußert und reflektiert werden konnten. Anzuerkennen, dass wir alle so sozialisiert sind und es vor allem einen „Ally“ ausmacht, diesen Zustand nicht abzustreiten, war eine wichtige Perspektive. Es tat sehr gut, eine Sprache dafür zu finden. Die eigene Rolle hinten anzustellen und den Betroffenen Handlungsspielraum zu geben, war eine zentrale Botschaft. Es war nur schade, dass wir nach 4,5h aufhören mussten!“

„Im Alltag fällt es bei aller Reflektiertheit doch immer wieder schwer, sich die eigenen rassistischen Gedanken und Verhaltensweisen einzugestehen, radikal zuzugeben und mit anderen zu besprechen. In dem Workshop wurde eine Gesprächsebene eröffnet, in der auch ich mich getraut habe, meine eigenen Geschichten zu teilen, in denen ich rassistisch gehandelt habe – inklusive aller Scham, die dabei hochkam. Und diese Gesprächsräume halte ich für extrem wichtig in der antirassistischen Arbeit.“

Einladungstext:

Am 17.4.2021 von 16:00 bis ca. 20:30 Uhr findet der zweite Teil vom Workshop „How to be an Ally“ teil. Wir laden euch herzlich zur Teilnahme ein!

„How to be an Ally“ richtet sich an weiße* Menschen. Es werden Strategien und Handlungsmöglichkeiten zur Unterstützung von rassismusbetroffenen Menschen weiter vertieft. Es wird erarbeitet, wie weiße Menschen als Verbündete für Personen of Color in Deutschland handeln können. In einem offenen und diskriminierungskritischen Raum werden Unsicherheiten reflektiert, die weiße Menschen bei der Auseinandersetzung mit Rassismus erfahren.

Dieser Workshop ist ein Aufbau-Workshop. Am Anfang werden einige Aspekte aus dem Basisworkshop wiederholt und auf die Lebensrealitäten angewandt. Es ist grundsätzlich möglich, ohne Basisworkshop am 17.4. teilzunehmen. Dafür ist jedoch eine vorherige Auseinandersetzung mit Rassismus in Deutschland notwendig. Der Workshop eignet sich nicht als Einführung in die Problematik.

Der Workshop wird von Aparna Berndt und Marijana Bogojević geleitet. Aparna Berndt ist Autorin und Antirassismustrainering. Sie studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus und forscht zu fiktionalem Horror aus postmigrantischer Perspektive. Aparna ist Kolumnistin beim Missy Magazine. Außerdem ist sie Presse- und Communitymanagerin des Kinofilms „Futur Drei“ von Jünglinge.“ Marijana Bogojević beschäftig sich als Sozialwissenschaftlerin, politische Referentin und Aktivistin mit gesellschaftspolitischen Themen aus einer (post)-migrantischen Perspektive. In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung sind hierbei vor allem Menschenrechtsthemen, wie LGBTIQ*, Feminismus und Antirassismus von Relevanz.

„How to be an Ally 2“ findet online über Zoom statt. Weitere Informationen bekommt ihr von Jasper Steingrüber (jasper.steingrueber@medinetz-jena.de). Da wir nur eine begrenzte Teilnehmendenzahl haben, bitten wir um Anmeldung per E-Mail bei Jasper.

Bis dahin solidarische Grüße,

Euer MediNetz Jena

*weiß ist in diesem Sinne eine politische Bezeichnung für Menschen, die in Deutschland nicht von Rassismus betroffen und damit in einer privilegierten Position sind

Lager-Watch Thüringen

Das Netzwerk Lager-Watch Thüringen hat sich im Zuge der gewaltvollen Ereignisse in dem Erstaufnahmelager in Suhl am 29.09.2020 gegründet. Gemeinsam mit geflüchteten Betroffenen von Lagerunterbringung und Unterstützer*innen dokumentieren wir die strukturelle, rassistische und physische Gewalt von Lagerunterbringung in Thüringen. Unser Ziel ist es, die Missstände und die Verhältnisse in den Thüringer Lagern sichtbar zu machen. Wir stehen zusammen, um die Isolation, die Angst und das Schweigen zu durchbrechen.“

Das MediNetz Jena unterstützt Lager-Watch Thüringen.


Kontakt: lagerwatch_thr@riseup.net

Messenger (WhatsApp, Signal Telegram): +4915163742774

Mehrsprachige Informationen zum neuartigen Corona-Virus (SARS-CoV-2) / Information on the new Corona Virus (SARS-CoV-2)

Liebe Mitmenschen,
wir vom MediNetz Jena wollen in Zeiten der Corona-Krise (genauer SARS-CoV-2) alle unterstützen, deren Zugang zu relevanten Informationen und medizinischer Versorgung eingeschränkt ist. Die folgenden mehrsprachigen Informationen über die aktuelle Situation, Anlaufstellen, Online-Angebote, (medizinische) Beratungs- und Behandlungsangebote, Adressen und telefonische Hilfen sollen dabei weiterhelfen. Bleibt gesund und umsichtig!

Dear all,
in times of the Corona crisis (more precisely SARS-CoV-2), MediNetz Jena wants to support those who miss sufficient access to relevant information and medical support. We want to share multi-lingual knowledge about the current situation and about how to gain (medical) consulting and treatment. The following content contains supporting facilities, websites and links, addresses and telephone numbers. Stay healthy and prudent!

1. Allgemeine Informationen / General information

1.1. WAS ist eigentlich das neuartige Corona-Virus? Wie gehe ich damit um? Wie sollte ich mich verhalten?

1.1. WHAT is the novel Corona virus actually? How should I deal with it? How should I act?

a) Allgemeine Informationen der Johanniter, Stand 13.03.2020

a) General information provided by the Johanniter, Effective 13.03.2020

b) Website handbook germany in Arabisch, Englisch, Persisch, Französisch, Pashtu und Deutsch.

b) Website handbook germany in Arabic, English, Persian, French, Pashtu and German.

c) Die „Corona-Initiative“ des Ethno-Medizinischen Zentrum informiert online in 15 Sprachen zu Schutzmöglichkeiten, Quarantäneregeln und medizinischen Basisinformationen.

c) The „corona-initiative“ of the Ethno-medical centre informs in 15 languages about save places, a code of conduct in case of quarantine and medical basic information.

1.2. WO (in Jena) und WER kann getestet werden? 

1.2. WHO can be tested and WHERE (in Jena)?

Fiebersprechstunde Gesundheitsamt Jena (nach telefonischer Terminabsprache):

fever consultation at the Jena health office (by telephone appointment):

03641/49-2222

Website des Gesundheitsamtes Jena / Website of Jena health office

1.3. WO in Jena bekomme ich weitere Hilfe?

1.3. WHERE in Jena do I get further help?

Informationen der Bürgerstiftung Jena zu Hilfen in Jena

information of Bürgerstiftung Jena about help in Jena

Website der / of Bürgerstiftung Jena

2. Spezifische Informationen für Nicht-Versicherte und Geflüchtete / Specific information for people without a health insurance or refugees?

… AN WEN kann ich mich wenden? WOHER bekomme ich Hilfe, WENN ICH KEINE VERSICHERUNG HABE oder WENN ICH GEFLÜCHTET BIN?

… WHOM should I contact? WHERE can I get help IF I DON’T HAVE AN INSURANCE or IF I AM A REFUGEE?

Website vom / of Flüchtlingsrat Thüringen

Website vom / of Anonymen Krankenschein Thüringen

Website von / of ProAsyl

Markt der Möglichkeiten: LIVE MEETING am DIENSTAG, 12.01.21 17:00-18:00

Liebe Interessierte,
eigentlich hätten wir uns gern mit euch beim Markt der Möglichkeiten getroffen. Leider waren alle BigBlueButton-Server schon belegt. Daher hoffen wir, euch auf diesem Wege zu erreichen und es euch zu ermöglichen, uns zu treffen und Fragen zur Arbeit des MediNetzes zu stellen. Wir haben auch ein kleines Video vorbereitet, das euch die Aktionsbereiche des MediNetzes näherbringt.

Trefft uns also gern am DIENSTAG, den 12.01.21 um 17:00 – 18:00 hier.

Wir freuen uns auf euch!

PS: Solltet ihr das Treffen verpasst haben, schreibt uns gern eine Mail an kontakt@medinetz-jena.de! Wir können jederzeit kurze Online-Meetings organisieren, bei denen ihr Aktive treffen und mehr über unsere Arbeit erfahren könnt.

RADIOBEITRAG RADIO OKJ zum Aktionstag der MediNetze aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

<<RADIOBEITRAG WIRD AM 18.11.20 15:30 AUSGESTRAHLT>>

In Thüringen und Deutschland gibt es zahlreiche Menschen, die nicht krankenversichert sind. Sie können nicht einfach zu Ärzt:innen gehen, wenn sie krank sind. Das MediNetz Jena wurde 2011 gegründet, um diesen Menschen eine Krankenversorgung zu vermitteln bzw. eine Erstversorgung zu ermöglichen. Im Laufe der Zeit stieg die Patient:innenzahl an und überstieg damit die Kapazität des Vereins. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht und 2016 ein neuer Verein gegründet, der sich durch eine Finanzierung des Landes Thüringen um die Versorgung der Patient:innen kümmert: der Anonyme Krankenschein Thüringen e.V. (AKST). Neben der gesundheitlichen Versorgung ist die weitere Aufgabe des AKST die (wieder)Vermittlung in eine Krankenversicherung. Durch diesen Verein ist es in Thüringen möglich vielen Menschen ohne Versicherung eine Gesundheitsversorgung zu sichern. Der AKST ist somit Vorbild für andere Bundesländer.
Wie genau der AKST funktioniert und vor welchen Problemen er aktuell steht, kann man in einem Radiointerview erfahren, was mit einem Vorstandsmitglied beider Vereine und einem Mitglied des MediNetzes geführt wurde. Dieser wird am 18.11.2020 um 15.30 Uhr beim „Offener Kanal Jena“ (OKJ) in der Sendung „Jena-Zeit“ ausgestrahlt. Ihr findet ihn auch unter folgendem Link.




Allgemeine Pressemitteilung:

Die Medinetze und -büros aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kündigen für den 06.11.2020 einen überregionalen Aktionstag an. Mit vielfältigen Aktionsformen wollen sie auf die aktuellen Missstände im deutschen Gesundheitssystem aufmerksam machen, insbesondere im Bezug auf die Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung.

„Dass das deutsche Gesundheitssystem vor allem gegenüber Randgruppen der Bevölkerung nicht solidarisch ist, wissen wir nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie.“, so eine Aktivistin des Medinetzes Leipzig. „Doch seit der Corona-Pandemie zeigt sich die Dringlichkeit des Problems so deutlich wie nie zuvor. Dass es überhaupt Menschen gibt, die in Deutschland nicht krankenversichert sind, ist vielen gar nicht bewusst. Doch zum Beispiel Wohnungslose, Menschen aus dem EU-Ausland, Asylsuchende und viele andere Gruppen haben hier kaum oder gar keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung.“  Das Statistische Bundesamt gab für das Jahr 2019 eine Zahl von rund 61.000 Unversicherten mit deutscher Staatsbürgerschaft oder gültigem Aufenthaltstitel an. (1)

Wissenschaftliche Untersuchungen gehen außerdem davon aus, dass sich 2015 etwa 180.000 bis 520.000 Menschen ohne Papiere in Deutschland aufhielten. (2)

Wenn Menschen es aus Angst vor hohen Kosten oder rechtlichen Konsequenzen vermeiden, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, führt dies zu vermeidbaren Verschlimmerungen und Chronifizierungen von Erkrankungen.

In ganz Deutschland arbeiten die Medinetze und -büros seit Jahren praktisch und politisch daran, diesen Missstand zu beheben. Sie engagieren sich ehrenamtlich, um für Menschen ohne Krankenversicherung medizinische Versorgung zu vermitteln. Aber ihr langfristiges Ziel ist ein anderes. „Es kann nicht Aufgabe eines ehrenamtlichen, spendenfinanzierten Vereins sein, die Gesundheitsversorgung eines ganzen Teils der Bevölkerung zu ermöglichen. Diese Aufgabe sehen wir beim deutschen Staat“, so ein Mitglied des neugegründeten Medibüros Chemnitz. Ein mögliches Konzept, um für Menschen ohne Krankenversicherung möglichst niedrigschwellige medizinische Versorgung zu ermöglichen, ist ein sogenannter Anonymer Behandlungsschein, der von unabhängigen, öffentlich geförderten Stellen ausgegeben wird. Diese Stellen ermöglichen es Betroffenen, anonym und kostenfrei Gesundheitsversorgung in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig wird über eine Clearingberatung versucht, gemeinsam mit den Menschen einen Weg in die medizinische Regelversorgung zu finden.

In Thüringen bewährt sich dieses Konzept bereits seit 2017 landesweit; seit 2019 gibt es ein ähnliches Projekt in der Stadt Leipzig. In Sachsen-Anhalt und Sachsen arbeiten Mitglieder der dortigen Medinetze und -büros gerade an der Umsetzung ähnlicher Projekte auf Landesebene.

„Mit einem Anonymen Behandlungsschein wären längst nicht alle Misstände des deutschen Gesundheitssystems beseitigt“, gibt ein Aktivist des Medinetzes Halle zu. „Aber für viele Menschen, die sich im Moment nicht darauf verlassen können, dass sie Zugang zu einer Behandlung hätten, wenn sie krank werden, würde die Einführung eines solchen Projekts eine massive Verbesserung der Situation bedeuten. Mit dem Aktionstag möchten wir auf unsere Initiative aufmerksam machen.“

(1) StBA – Statistisches Bundesamt (2019). Weniger Menschen ohne Krankenversicherungsschutz. Pressemitteilung Nr. 365 vom 15.September 2020. Abzurufen unter:https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/09/PD20_365_23.html

(2) Vogel, Dita (2016). Kurzdossier: Umfang und Entwicklung der Zahl der         Papierlosen in Deutschland. Fachbereich 12. Arbeitsbereich Interkulturelle Bildung. AbIB-Arbeitspapier 2/2016. Abzurufen unter: http://docplayer.org/49503644-Kurzdossier-umfang-und-entwicklung-der-zahl-der-papierlosen-in-deutschland.html

Youtube-Premiere 08.05.20 „Wo bleibt der Mensch? Was läuft falsch an unseren Kliniken?“

Die Premiere unserer Veranstaltung „Wo bleibt der Mensch? Was läuft falsch an unseren Kliniken? Offene Podiumsdiskussion zur Ökonomisierung im Gesundheitswesen“ wir am Freitag, den 08.05. 20.15 zur Primetime um 20.15 auf Youtube stattfinden.

Die Podiumsdiskussion wurde am 23.10.2019 in Jena veranstaltet und aufgenommen.

Während dieser kleinen Premiere werden mögliche aufkommende Kommentare von zwei MediNetzler:innen moderiert. Wir freuen uns über viele Interessierte!

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ABGESAGT: MediNetz SOLIPARTY 14.03.

+++EILMEDLUNG+++

Leider müssen wir unsere Soliparty am 14. März 2020 absagen.
Die Stadt Jena verbietet ab Samstag Veranstaltungen mit mehr als 100 teilnehmenden Personen. Das ist sinnvoll, da am Monatg der erste Corona-Fall in Jena bestätigt wurde. Es ist mittlerweile bekannt, dass die Infektionen bei 6% der Erkrankten tödlich verlaufen. Wir sollten uns gegenüber allen gefährdeten Personen solidarisch verhalten. Dazu gehört es in der aktuellen Situation auch, das eigene soziale Leben teilweise einzuschränken.
Jeder neue Fall ist eine Belastung für unser Gesundheitssystem, das momentan schon am Limit ist. Schwere Konsequenzen drohen den Menschen, die jetzt schon unter prekären Bedingungen leben und arbeiten.

Seid solidarisch und passt aufeinander auf!
Eure MediNetz-Partycrew

Das MediNetz Jena schmeißt eine fette Soli-Party am 14. März zusammen mit den Leuten von Critical Crisis Concerts.


20:00 – 23:30 Punkrock-Konzert

00:00 – 01:30 Konzert Ivory Kashinsky

01:30 – 03:00 Do J // Leipzig // Disco

03:00 – 04:30 Johann Kaspar // Leipzig // Techno

04:30 – 06:00 Toni Pfad // Jena // Techno


Toni Pfad
https://soundcloud.com/toni-pfad


Johann Kaspar
https://soundcloud.com/johannkasparliezo


Es gibt die übliche Bar mit nicen Getränken und am Soli-Stand noch leckere Cocktails. Außerdem servieren wir euch als Party-Snacks VEGANE BURGER und noch weitere Überraschungen. Wir freuen uns, mit euch eine geile Party zu feiern und richtig nice zu dancen.
Für Fragen zur Location, schreibt uns eine Mail oder kommentiert!